21.03. - 03.05.2009
Mona Höke
Zeichnung, Malerei



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„[...] Mona Höke bevorzugt in ihren Bildern verhaltenere Töne, die in den Binnenräumen ihrer Bilder anklingen und sich als gesetzte Cluster in einem ritardando behaupten, das immer hörbar bleibt. Ihre changierenden schwarzen und weißen Flächen hat sie wieder und wieder aufgebrochen.
In fiebrig-zartem Strich gruppieren sich Schriftzüge, die vor den Augen flimmern. Einzelne Worte, Sätze oder Passagen, die während des Schreibens wichtig waren, sind ihres zugänglichen Inhaltes müde geworden und erfreuen sich längst eines graphologischen Naturells. Sie könnten nunmehr nur von der Malerin selbst gedeutet werden und deshalb münden sie in ein großes Schweigen. Der Nachhall der wahlweise aus fremden oder eigenen Schriften entnommenen Texte deutet auf deren absichtsvolle Aneignung hin, die begründet war im Verlauf der Bildentstehung, aber im nachhinein nicht mehr begründet werden muss, da das Bild den Text wie ein Sample behandelt und aufgenommen hat. Der Begriff Tagebuch konnte an der Stelle etwas erklären, was aber über die Klarstellung des zeitlich begrenzten intimen Charakters nicht hinausreicht. Denn im Gegensatz zu den meisten Künstlern, die Tagebücher benutzen, kalkuliert Mona Höke eben nicht scheinheilig die über die Schulter schmulende Öffentlichkeit ein. Sie reduziert die Veröffentlichung der Texte auf eine einzige vertrauenschenkende Geste. Im Angesicht der Bilder beginnt man Geheimnisse zu ahnen. Das ist alles und sehr viel. Allein sie bleiben einem verborgen. So hartnackig man sich mit der Aufklärung des einzelnen Geheimnisses beschäftigen würde, hätte man es doch nur mit einer spekulativen Interpretation zu tun, die mehr über den sturen Betrachter aussagt, denn über die ursprüngliche Intention der Malerin. Halten wir es lieber mit Danto, der quicklebendig ausgeführt hat, dass und warum in der zeitgenössischen bildenden Kunst seit 30 Jahren keine „Rahmenerzählungen" mehr zu finden sind, Nichts liegt mehr außerhalb der Geschichte, deshalb braucht es in der zeitgenössischen Kunst auch keine Manifeste mehr, die aufklären, wer man ist und wovon man sich abgrenzt. Überlassen sie sich der spielerischen Genauigkeit, mit der die Künstlerin sich des malerischen Vorgangs vergewissert. Sie kondensiert die feinstofflichen Konsistenzen aus Acryl, Tusche und Kreide. Sie wässert, kratzt, reibt und bringt die erhabene Textur des Aquarellkartons leidenschaftlich in die Bredouille. Dessen gequollene, aufgerauhte Poren legen sich irgendwann wieder und scheinen zaghaft durch. Breit und sämig, unterbrochen von einem stochernden Ziehen, mit dem das Rot geschürt bleibt, erhebt sich das Weiß und zeigt sich herausfordernd offen. Die Zeit der gequetschten Bildräume gehört der Vergangenheit an. ..."
Thomas Kumlehn (2002)

   
     
 
     
 

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