Christine Arweiler, Berlin

"Eiskristalle und Tangotanz"
Zeichnung, Radierung und Pastell aus verschiedenen Themenfolgen

Christine Arweiler, geboren 1952 in Völklingen/Saar
Abschluß Studium an der Hochschule der Künste Berlin mit Auszeichnung 1979
Freischaffend als Malerin und Grafikerin sowie in der künstlerischen Lehre tätig
Seit 1977 regelmäßige Ausstellungstätigkeit in Berlin und außerhalb
Lebt und arbeitet in Berlin

 

 


Ordnung und Linie

Die Ausstellung Eiskristall und Tangotanz der Berliner Künstlerin Christine Arweiler zeigt Radierungen, Zeichnungen, Pastelle und Heliogravüren aus den vergangenen acht Jahres ihres Schaffens. Ihren Arbeiten liegt trotz verschiedener Techniken und Themenfolgen eine klar erkennbare und Werken gemeinsame künstlerische Intention zugrunde: Sehen lernen. Dabei beweist sie in bester akademischer Tradition, was Goethe folgendermaßen formuliert hat: „Erstaunend schwer ist es sehen zu lernen ohne selbst Hand an zu legen.“ (Goethe an Charlotte von Stein, 1787)

Dabei ist die Linie das Stilmittel, das Christine Arweiler am konsequentesten einsetzt. Die Linie ist die materialisierte Form der Beziehung des Zeichnenden zum Motiv. Durch die entsprechende Bewegung der Hand führt der Gestalter Rationalität – z.B. das Wissen um die Perspektive – und die Emotionalität seiner mehr oder weniger kontrollierten Strichführung in einem Gestus zusammen. In der Gestik des Zeichnenden überträgt die Linienführung seine gestalterische Energie in ein Wechselspiel von harten und fließenden Linien, von kurzer Schraffierung oder klarer Konturierung. Reale Linien überschneiden sich mit irrealen. In der Radierung ermöglicht die freie Linienführung, mit der Nadel alle zeichnerischen Möglichkeiten auszuschöpfen, wie dies Christine Arweilers Radierungen eindrücklich vermitteln. Auch wenn dann, wie in den Landschaftspastellen, ausdrücklich Farbe ins Spiel kommt, greift die Malerin wieder auf die Ausdruckskraft der zeichnerischen Linie zurück. Durch energische Farbschraffuren bewegen sich Felder und Wiesen in einer abstrakten Dynamik.

In Christine Arweilers Vita steht die künstlerische Lehre parallel zur künstlerischen Arbeit. „Sehen zu lernen“ war und ist damit für sie immer auch „Sehen zu lehren“. Nach ihrem an der Hochschule der Künste Berlin mit Auszeichnung absolvierten Studium beginnt sie mit Zeichen- und Radierkursen und ist seitdem als Lehrkraft in verschiedenen künstlerischen Bereichen tätig. Sie unterrichtet ein breites Spektrum vom Aktzeichnen bis zu den Drucktechniken, wobei als ihr Spezialgebiet sicher die Radierung mit all ihren Spielarten gelten kann. Besonders hervorzuheben unter ihren Lehrtätigkeiten ist ihr Wirken am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Berlin und am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Hamburg. Darüber hinaus organisierte sie Ausstellungen ihrer Studenten, leitete Exkursionen und richtete Druck- und Radierwerkstätten ein. Sie ist Herausgeberin und Mitarbeiterin zahlreicher Grafikeditionen.

Dr. Dörte Schultze-Seehof, im Juli 2006

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